Fahrtenbericht „Märkische Umfahrt 2018“ der SG Motor Leipzig West

„Ich habe noch 1 Woche frei bekommen von meiner Frau zum Paddeln“. Ich auch. Also einigten wir uns auf die 3. Septemberwoche und hofften auf einen Altweibersommer.

Weitere 3 Sportler kamen hinzu und so planten wir zu fünft: Heike, Steve, Peter, Frank und Torsten. Immerhin die erste große Gepäckfahrt für die meisten Kanuten.

Der Wetterbericht sagte uns tatsächlich einen Altweibersommer voraus und wir starteten Samstag in Beeskow, Restaurant Wasserwelt, direkt an der Schleuse, mit großem, öffentlichen und kostenlosen Parkplatz.

Die Schleuse Neubrück ist noch bis Mai 2019 eine große Baustelle: entweder mühsam mit dem Bootswagen über 1 km umfahren oder eine 7 km lange Umleitung fahren über den Speisekanal/Oder-Spree-Kanal. (vom angebotenen Shuttleservice wußten wir nichts). Eine gut zu findende Umtragestelle führte uns an die Drahendorfer Spree zurück. Hier befindet sich ein herrlicher Lagerplatz direkt an der Spree. Als das Lagerfeuer erlosch, ärgerten uns die ganze Nacht brunftende Hirsche. (1. Tag: 23 km).

Tag 2 führte uns über 34 km nach Hangelsdorf zu Kanu Sport Spree (schöner Zeltplatz, Plätze sehr begrenzt, sauberer Sanitärtrakt, großer Kanuladen). Hier gab es kühles Bier zu kaufen (Torsten hatte auch Glühwein mit). Morgennebel über der Spree (siehe Fotos) brachten Stimmung für den Tag 3, der uns nach Erkner führte.

Da beide Führer veraltet waren (Wasserwanderaltlas der DDR Teil Märkische Gewässer, gedruckt auf Hekosyn = wasserdicht), stellten wir nach der Fahrt über Müggelspree und Dämeritzsee fest, daß der KC Erkner umgezogen ist: keine Karte oder Führer half und auch der Dr. Google nicht, sondern ein Angler am Ufer. KC Erkner ist jetzt ins Kanuheim Paul Zobel an der Müggelspree umgezogen. Also zurück… Ein freundliches Vereinsmitglied zeigte uns das Gelände mit dem historischen Bootshaus incl. Feuerschale und Brennholz für die Kartoffeln. Peter und Torsten wuschen sich in der Spree mit biologisch nicht abbaubarem Seifenzeugs !

Am Tag 4 führte uns ein Abstecher nach Klein Venedig. Laut Wikipedia gibt es mindestens 10 kleine Venedigs, und da ist Leipzig noch nicht mal eingerechnet. Dort liefen Graureiher in den Vorgärten herum. Über den Gossener Graben (Anlandeverbot) erreichten wir die Berliner Dahmeseen (Seddinsee, Zeuthener See, Krüpelsee): irgendwo hier begannen wir flußaufwärts zu paddeln gegen die kaum vorhandene Strömung. Unser Nachtlager war der Campingplatz Zernsdorf an der Lanke. Bald wurde die Dahme zum Fluß, wir ließen die Seen hinter uns und die Natur hatte uns wieder. Ziel war der Wasserwanderrastplatz in Märkisch Buchholz: auf Anruf (24h möglich) kommt ein netter Herr, schließt WC/Dusche und ggf. Küche auf. Frank versuchte sich hier als Trapper mit Feuerstein usw. Kurz brannte das Feuer auch…. Rubrik: das Üben wir nochmal.

Tag 6 begann mit frischen Brötchen (gute Einkaufsmöglichkeit im Ort), doch dann wurde es mühsam: 2 Wehre, vor allem das Kaskadenwehr Märkisch-Buchholz, liegen vor uns. Die Loren funktionieren nicht bzw. ist nicht mehr vorhanden, der weiche Sand lässt unsere Bootswagen tief einsinken, eine Quälerei. Nun sind wir auf dem Dahme-Umflut-Kanal und erreichen den Köthener See. An der Doppelschleuse Leibsch erreichen wir den Unterspreewald. Her endet der Abschnitt mit potentieller Gegenströmung. Ein herrlicher Abschnitt der Spree führt uns in den Neuendorfer See. Wie schreibt Jürgen Clausen: „Man ist überrascht, wie schön es hier wirklich ist“. Nach der Schleusung in Alt Schadow erreichen wir den WWR Werder mit sauberem DIXI-Klo. Die Getränkevorräte können mit einem kleinen Fußmarsch in den Ort ergänzt werden. Dazu gab es frisch geräucherte Forellen ohne Meerettich von Spreewaldfischerei Richter. Das keine Wetterverschlechterung in Sicht war, muß heute der Glühwein trotzdem weg (kalt). Geht.

Tag 7: Heute waren für den Nachmittag schwere Gewitter und Sturmboen bis 9 bft angekündigt, nachdem wir nun seit 1 Woche nur Traumtage hatten. Daher waren wir kurz nach 8h schon auf dem Wasser, um die 28 km nach Beeskow zu unseren Autos noch zu schaffen. An der Personenfähre Leißnitzsee gibt es rechts einen kleinen Imbiss, dort kehrten wir ein. Der Wind frischte nun sehr auf und wir hatten nun teils extremen Rückenwind und segelten dahin. Gegen 14 h erreichten wir Beeskow. Auf der Rückfahrt kam der Herbst…. Und abends froren wir in unserem Bootshaus.

Zusammenfassend ca. 195 km Paddelstrecke in 7 Tagen. (TB)

Literatur:

Wasserwanderaltlas der DDR Teil Märkische Gewässer.

Hennebach, M: Kanu Kompakt Märkische Umfahrt: Rundtour zwischen Spreewald und Berlin, mit topografischen Wasserwanderkarten Taschenbuch –2013.

https://www.flussinfo.net/dahme-spree-rundtour-maerkische-umfahrt/uebersicht/ (völlig ausreichend und am aktuellsten)

Jübermann: TourenAtlas TA5 - Wasserwandern Berlin-Brandenburg mit Spreewald. 4.A. (aktuell ist die 6. A. 2018)

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